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Armin Mueller-Stahl – Der James Bond der DDR

Schauspieler Armin_Mueller-Stahl
Siebbi, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Armin Mueller-Stahl ist ein deutscher Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und auch Maler. Als einzigen deutschen Filmschauspieler wurde ihm in beiden deutschen Staaten und in Hollywoods Filmindustrie große Anerkennung zuteil. Für seine Rolle in Shine – Der Weg ins Licht wurde er 1997 für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.

Im Fernsehen war Armin Mueller-Stahl häufig als Gast zu sehen. So sah man ihn beispielsweise in „Die Flucht aus der Hölle“, „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ oder „Die letzte Chance“.

Mit dem Ende der DDR ging auch zunächst die Ära DEFA zu Ende. Inzwischen hat sich jedoch eine DEFA-Stiftung zur Aufgabe gemacht, die Filme der DEFA zu erhalten und als Teil des nationalen Kulturerbes für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Somit sind in Programmkinos wieder die alten Filme der DEFA zu sehen. Darunter auch die Filme mit Armin Mueller-Stahl.

Armin Mueller-Stahl wurde am 17. Dezember 1930 in Tilsit (Sowetsk, eine Stadt in der russischen Oblast Kaliningrad) als dritte von fünf Kindern geboren. Seine Eltern waren der Bankkaufmanns Alfred Mueller-Stahl und Ehefrau die Ärztin Editha Maaß.

Die Familie Stahl war eine kunstliebende Familie, es wurde gemalt und gemeinsam musiziert. Die Liebe zur Schauspielerei hatte Armin von seinem Vater Alfred – er spielte am Tilsiter Theater und an Feiertagen in der Familie führte er eigene Sketche auf.

Sein Vater wurde im zweiten Weltkrieg eingezogen und verstarb am 1. Mai 1945 angeblich in einem Lazarett in Schönberg. Mueller-Stahl hegte die Vermutung, dass sein Vater wegen versuchter Desertion erschossen wurde.

1948 zog Mueller-Stahl nach West-Berlin, wo er 1949 mit einem Examen als Musiklehrer abschloss. Armin studierte Violine und Musikwissenschaft am städtischen Konservatorium.

Mueller-Stahl strebte zunächst an, professioneller Geiger zu werden. Vorbilder waren für ihn Gerhard Taschner und David Oistrach. Er studierte Violine und Musikwissenschaft am städtischen Konservatorium in West-Berlin, was er 1949 mit einem Examen als Musiklehrer abschloss.

Erst danach wechselte er zur Schauspielerei, wo er 1952 sein erstes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm erhielt und über 20 Jahr lang wirkte.

Als Schauspieler begann seine Karriere 1960 begann mit dem Vierteiler Flucht aus der Hölle. Diese Serie beschreibt die Flucht eines westdeutschen Fremdenlegionärs im Algerienkrieg in die DDR.

Armin Mueller-Stahl wurde fünf Mal in Folge zum beliebtesten Schauspieler der DDR gewählt.


Filmografie

  • 1956: Heimliche Ehen (als Norbert)
  • 1956: Das Stacheltier: Der Querkopf (als Kulickes Sohn)
  • 1960: Die Flucht aus der Hölle (TV) (als Hans Röder)
  • 1960: Fünf Patronenhülsen (als Pierre Gireau, Franzose)
  • 1962: Königskinder (als Michael)
  • 1962: Die letzte Chance (TV) (als Seiser)
  • 1962: … und deine Liebe auch (als Ulli)
  • 1963: Nackt unter Wölfen (als André Höfel)
  • 1963: Der andere neben dir (TV) (als Reinhard Marschner)
  • 1963: Christine (als Willibald Güttler)
  • 1964: Preludio 11 (als Quintana)
  • 1964: Alaskafüchse (als sowjetischer Arzt)
  • 1965: Wolf unter Wölfen (TV) (als Wolfgang Pagel)
  • 1967: Ein Lord am Alexanderplatz (als Dr. Achim Engelhardt)
  • 1968: Wege übers Land (TV) (als Jürgen Leßtorff)
  • 1970: Tödlicher Irrtum (als Chris Howard)
  • 1970: Kein Mann für Camp Detrick (TV) (als Oberleutnant Heide)
  • 1972: Der Dritte (als Blinder)
  • 1972: Januskopf (als Dr. Brock)
  • 1973: Die Hosen des Ritters von Bredow (als Dechant)
  • 1973-76: Das unsichtbare Visier (TV) (als Achim Detjen alias Werner Bredebusch)
  • 1974: Jakob der Lügner (als Roman Schtamm)
  • 1976: Nelken in Aspik (als Wolfgang Schmidt)
  • 1977: Die Flucht (als Schmith)
  • 1978: Geschlossene Gesellschaft (TV) (als Robert)
  • 1981: Lola (als von Bohm)
  • 1981: Collin (TV, BRD) (als Andreas Roth)
  • 1982: Die Sehnsucht der Veronika Voss (als Max Rehbein)
  • 1982: An uns glaubt Gott nicht mehr (TV, BRD) (als Gandhi)
  • 1983: Der verführte Mann (als Vater)
  • 1983: Eine Liebe in Deutschland (als Mayer)
  • 1984: Tatort: Freiwild (TV, BRD) (als Dr. Konrad Ansbach)
  • 1986: Momo (als Chef der grauen Männer)
  • Das unsichtbare Visier
  • 1987: Amerika (TV, USA) (als General Petya Samanov)
  • 1989: Music Box – Die ganze Wahrheit (als Mike Laszlo)
  • 1990: Avalon (als Sam Krichinsky)
  • 1991: Night on Earth (als Helmut Grokenberger)
  • 1991: Kafka (als Grubach)
  • 1992: Utz (als Baron von Utz)
  • 1993: Das Geisterhaus (als Severo)
  • 1993: Der Kinoerzähler (als Kinoerzähler)
  • 1995: Brennende Liebe (als Mr. Linzer)
  • 1997: Gespräch mit dem Biest – auch Buch und Regie (als Adolf Hitler)
  • 1999: Jakob der Lügner (als Dr. Kirschbaum)
  • 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman (TV) (als Thomas Mann)

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