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Bärbel Wachholz – der gesamtdeutsche Star

Sängerin Bärbel Wachholz
Bild: Reiner Maecker

Bärbel Wachholz war eine Schlagersängerin der DDR. Sie erlernte zunächst den Beruf einer Fotografin. In ihrer Freizeit nahm sie Gesangsunterricht und trat als Sängerin zusammen mit dem Tanzorchester Max Reichelt auf. Ab dem Jahr 1957 wurde sie durch erste Radioauftritte einem breiterem Publikum bekannt. Bärbel Wachholz nahm insgesamt 40 Singles und zwei LPs auf und wurde zu einer der populärsten Schlagersängerinnen der DDR. In den Jahren von 1962 bis 1969 ging sie mit zwei eigenen Bühnenshows auf Tournee. Ihr Erfolg zog Gastspiele in den befreundeten osteuropäischen Ländern, Syrien, Frankreich und den Niederlanden nach sich. 1962 wurde Bärbel Wachholz für ihr Schaffen mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet, sie war damit die erste Sängerin der DDR, die einen Kunstpreis erhielt.

1956 gewann Bärbel Wachholz zweiten Platz bei dem Wettbewerb „Kleine Premiere“ in Berlin. Im Jahre 1959 dann der erste Preis in Gold bei einem Schlagerfestival in Paris, sie war die erste Künstlerin der jungen DDR, die einen Preis im nichtsozialistischen Ausland errang. Im Jahr 1961 folgte der zweite Platz bei dem internationalen Liederfestival in Sopot. 1962 wurde Bärbel Wachholz zum Fernsehliebling in der DDR gekürt. Im selben Jahr ersang sie sich den ersten Preis bei dem internationalen Schlagerfestival der Ostseeländer in Rostock. In der Schweiz brillierte Bärbel Wachholz mit dem Fernsehmusikfilm ‚Weil ich jung bin‘ und erhielt dafür die begehrte „Rose“ als Preis. 1965 gewann sie dann das „Silberne Mikrofon“ der Berliner Welle und den dritten Preis bei dem Wettbewerb „Bratislavska Lyra“ . 1966 folgte der Publikumspreis und 4. Platz der Jury beim „Goldenen Orpheus“ in Bulgarien, sowie erneut das Silbernes Mikrofon“ der Berliner Welle.

In ihren Anfangsjahren bis 1969 war Bärbel Wachholz laut vieler Umfragen die ungekrönte Nummer Eins in der Unterhaltungsbranche der DDR. Ihr Bekanntheitsgrad erreichte 95 bis 98 Prozent in der Bevölkerung.

Aus ihrer Ehe mit Armin Kämpf im Jahr 1962 ging ihr Sohn Tobias Stephan Kämpf (geboren 1970) hervor. Anfang der 70er Jahren erkrankte Bärbel Wachholz an Diabetes mellitus. Zusätzliche gesundheitliche Probleme tauchten bei der Leber und Bauchspeicheldrüse aus und zwei Operationen wurden notwendig. Ihr Tot im November 1984 wird zurückgeführt auf ihre Weigerung sich Insulin zu spritzen. Bärbel Wachholz wurde am 12. Dezember 1984 auf dem Friedhof Berlin-Buchholz beigesetzt.

Die heutige Generation mag beispielsweise die PUHDYS aus der ehemaligen DDR kennen, Solisten wie Ute Freudenberg mit ihrer Hymne „Du gehörst zu mir!“. Aus den Anfangszeiten der DDR weiß man aber nicht viel zu berichten und kann sich die damalige musikalische Landschaft nicht vorstellen. Man trennte später immer DDR Musik von der BRD Musik. Jedes Land hatte ihren eigenen Stil. Im Westen amerikanische Töne, im Osten oft steife und langweilige Kompositionen, begründet durch eine mangelhafte Versorgung mit modernem technischem Equipment. Aber Bärbel Wachholz war noch ein gesamtdeutscher, internationaler Superstar. Lange vor Frank Schöbel, Chris Doerk und den Puhdys bewegte Bärbel Wachholz Herzen in allen Ländern des Erdballs.

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