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Gojko Mitic – Der Winnetou des Ostens

Schauspieler Gojko Mitic
Bundesarchiv, Bild 183-T0701-0015 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Gojko Mitić ist ein deutsch-serbischer Schauspieler und Regisseur. Popularität erlangte er in der DDR als Hauptdarsteller historischer und fiktiver Indianerpersönlichkeiten zahlreicher DEFA-Indianerfilme.

Seine Popularität isr daran erkennbar, dass sowohl in der DDR wie dann später in der BRD versucht wurde, ihm Etiketten anzuhängen: „DEFA-Chefindianer“ einerseits und andererseits „Winnetou des Ostens“. Diese Rolle hat Gojko Mitić aber nie in einem Kinofilm dargestellt . Diese Winnetou-Formulierung nimmt dabei eher Bezug auf die Bekanntheit von Gojko Mitić im Vergleich zum Darsteller der Rolle aus dem Westen, dem Franzosen Pierre Brice.

Mitic wuchs im Süden Serbiens bei seinen Großeltern auf. Nach seiner Schulausbildung studierte Mitic in Belgrad Sport. Zu der Zeit wurden in Jugoslawien viele internationale Filme produziert, deren Komparsen hauptsächlich Studenten der Belgrader Sporthochschule sind. Und auch Gojko Mitic nutzte die Chance, bereits während seines Studiums erste Kontakte zum Film knüpfen.

Ab 1961 tritt Mitic verstärkt als Stuntman in italienischen und britischen Filmen auf. 1963 erhält er dann eine kleine Rolle im Karl May-Film „Old Shatterhand“.

1964 beginnt auch die DEFA, in Jugoslawien Indianerfilme zu drehen. Mit dabei Mitic in seiner ersten Hauptrolle als Häuptling Tokei-ihto in „Die Söhne der großen Bärin“. Damit beginnt seine Filmkarriere vor allem in der DDR.

Bis 1975 steht er jährlich für mindestens einen Film vor der Kamera, in denen er fast ausschließlich Indianerhäuptlinge verkörpert.

Die sogenannte Wende in der DDR, 1989, überstand Gojko Mitic erfolgreicher als andere Schauspieler aus der EX-DDR. Er spielte wieder kleinere Rollen, übernahm im Jahr 1992 als Nachfolger von Pierre Brice in Bad Segeberg die Rolle des Winnetou bei den Karl-May-Spielen. Nach insgesamt 15 Jahren und 1024 Aufführungen als Winnetou bei den Karl-May-Spielen gab Gojko Mitic 2006 seine vorerst letzte Vorstellung in dieser Rolle.

Im Jahr 2013 schlüpfte Gojko Mitic in Bad Segeberg wieder in die Rolle eines Indianers, diesmal des Intschu-Tschuna, des Vaters seiner ehemaligen Figur Winnetou.

Eine weitere Indianer-Rolle übernahm Gojko Mitic vom 30. März 2007 bis zum 22. Januar 2009 im Schweriner Staatstheater als den Häuptling Bromden aus dem Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“.

Es war im Jahr 2013, als Gojko Miti? nach langer Zeit wieder in einer TV-Westernproduktion eine tragende Rolle übernahm. In dem Film „In einem wilden Land“ (mit Benno Fürmann, Emilia Schüle und Nadja Uhl) verkörperte Gojko Mitic den weisen Komantschenhäuptling Tahmahkera.

Nach Mitic wurde der Asteroid (147595) Gojkomiti? benannt. Heute (2017) lebt Gojko Mitic in Berlin-Köpenick. Er hat eine Tochter (* 1992). Gojko Mitic hat eine doppelte Staatsbürgerschaft für Deutschland und Serbien.

Filmografie

  • 1964: Old Shatterhand
  • 1964: Winnetou 2. Teil
  • 1964: Unter Geiern
  • 1966: Die Söhne der Großen Bärin
  • 1967: Chingachgook, die große Schlange
  • 1968: Spur des Falken
  • 1969: Weiße Wölfe
  • 1970: Tödlicher Irrtum
  • 1970: Signale – Ein Weltraumabenteuer
  • 1971: Osceola
  • 1972: Der Mann, der nach der Oma kam
  • 1972: Tecumseh
  • 1973: Apachen
  • 1974: Ulzana
  • 1975: Blutsbrüder
  • 1978: Severino
  • 1978: Ich will Euch sehen
  • 1980: Archiv des Todes (13-teilige Fernsehserie)
  • 1980: Alma schafft alle
  • 1981: Der lange Ritt zur Schule
  • 1982: Der Scout
  • 1982: Max bleibt am Ball
  • 1986: Das wirkliche Blau
  • 1988: Bereitschaft Dr. Federau
  • 1988: Präriejäger in Mexiko
  • 1993: Burning Life
  • 1999: Helden wie wir
  • 2002: Planet B: The Antman
  • 2002: Schloss Einstein
  • 2007: Esperanza
  • 2008: Entführt – Ich hol dich da raus