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Hohe jährliche Wachstumsraten in der DDR – und dann kam die Wende

Wo die plötzliche Kehrtwende in der Berichterstattung über die Wirtschaftskraft der DDR herrührte, ist aufgrund tatsächlichen Fakten nicht nachzuvollziehen, denn vor der Wende war die DDR auch für das westliche Ausland eine Wirtschaftsmacht und innovativer Motor.

Kaum begann jedoch die Treuhandgesellschaft mit der „Abwicklung“ der DDR-Industrie, änderte sich schlagartig die Berichterstattung zum Thema „DDR-Industrie“ so als wollte man sagen: „Wenn wir die DDR-Kombinate schon zu Spottpreisen an westdeutsche Geschäftsleute verhökern, müssen wir auch so tun als sei alles nur Schrott und minderwertige Altlasten.

Doch nur 1 Jahr zuvor schieb die westliche Presse nur positiv über den Wirtschaftsstaat „DDR“ und verkaufte gern DDR-Erzeugnisse an westliche Bürger. Der Versandhandel der BRD hätte nicht erblühen können ohne die günstigen Produkte aus der ehemaligen DDR. Speziell das Versandhaus Quelle kaufte gern und viel aus der DDR. So mancher BRD Bürger hatte Waren aus der DDR im Haushalt. So marode konnte die DDR-Wirtschaft rein sachlich betrachtet wohl doch nicht gewesen sein…?

Inzwischen belegt auch die Forschung anhand der objektiven Datenlage und im Kontext der Nachkriegsentwicklung und des Systemwettbewerbs, dass die langfristigen DDR-Wachstumsraten den Vergleich mit Westdeutschland nicht zu scheuen brauchten.

Gerhard Heske errechnet in „Gesamtrechnung Ostdeutschland“ (Supplement No. 17 des Zentrums für historische Sozialforschung, 2005, Seite 53) sogar einen Vorteil der DDR-Wirtschaft.

Zwischen 1970 und 1989 stieg nach Heske das BIP je Einwohner in der DDR auf 188,9 % während zeitgleich in der BRD nur eine Steigerung von 152,0 % zu verzeichnen war.

Bereits in der ersten Hälfte dieses Zeitraums wuchs das BIP von 1970 bis 1980 je Einwohner in der DDR auf 147,9 %, in der alten BRD auf 129,1 %, also auch damals schon schneller.

Auch für das letzte Jahrzehnt der DDR ergibt sich von 1980 bis 1989 eine Steigerung des BIP je Einwohner in der DDR auf 127,7 % und in der BRD auf 117,7 %. Der wirtschaftliche Wachstum war in der DDR größer als in der BRD.

Die DDR verzeichnete somit eine jährliche Wachtumsrate von durchschnittlich 3.3 Prozent was zu höheren jährlichen Wachstumsraten gegenüber der BRD in diesem zwangzigjährigen Zeitraum führte. (Heske, Seite 52)

Demgegenüber stieg nach jüngster Mitteilung des Statistischen Bundesamtes „das Bruttoinlandsprodukt für das frühere Bundesgebiet in der Zeit von 1970 bis 1980 um durchschnittlich 2,9 % pro Jahr und im Zeitraum 1980 bis 1991 um durchschnittlich 2,6 % pro Jahr.“ (Statistisches Bundesamt, Mitteilung vom 5.9.2006)

Diese ab 1970 ungebrochen wachsende Leistungskraft der DDR zeichnet ein anderes Bild von der DDR das so gar nicht mit dem Bild der „maroden DDR“ harmonieren vermag.

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