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Reaktionen auf den Bau der Berliner Mauer 1961

ADN-ZB-Stöhr-24.8.1961-Berlin: Kampfgruppen während ihres Einsatzes zur Durchsetzung der Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR vom 13.8.1961. - VP-Oberwachtmeister Rudi Jass und Kämpfer Alfred Ringel auf Posten. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Pressestelle des MDI -

Während das Volk sehr aufgebracht war, reagierte die Führung der Westmächte recht gelassen ohne Eile.

Erst nach ca. 20 Stunden erschienen Militärstreifen an der Grenze. Nach 72 Stunden gingen diplomatische Proteste der Alliierten in Moskau ein, um das Protokoll zu wahren. Einige sind der Meinung, dass die Sowjetunion den westlichen Alliierten vor dem Mauerbau versichert hätte, ihre Rechte an West-Berlin nicht zu beschneiden.

John F. Kennedy, US-Präsident, reagierte mit der Aussage:

„Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“

Und Harold MacMillan, britischer Premierminister, fand kein Unrecht am Bau der Mauer:

„Die Ostdeutschen halten den Flüchtlingsstrom auf und verschanzen sich hinter einem noch dichteren Eisernen Vorhang. Daran ist an sich nichts Gesetzwidriges.“

Der Grund für die anfangs recht positive Reaktion der Westmächte auf den Mauerbau in Berlin war die vorher unsichere Lage in Westberlin. Kleinere und größere Konflikte hätten schnell dazu führen können, dass die Sowjets kurzerhand Westberlin ohne großen Aufwand einkassieren. Der Mauerbau führte jedoch zu einem Status quo. Die DDR mauerte sich ein und erkannte damit Westberlin als eigenständiges Land der BRD an.

Angesichts dieser fast schon sachlichen Gelassenheit bezüglich des Mauerbaus wird sich jeder der noch den legendären Ausruf „Ich bin ein Berliner“ des US-Präsident Kennedy kennt wundernd fragen, was er damit eigentlich aussagen wollte und vor allem: warum. Die Antwort ist wiederum reine politische Zweckmäßigkeit: Kennedy besuchte im Juni 1963 West-Berlin und hielt vor dem Rathaus Schöneberg eine Rede zum Thema „Mauer“. Im Jahr 1961 akzeptiere die USA den Bau der Mauer, empfand kein Handlungsbedarf oder eine Notwendigkeit, das Vorgehen von DDR und Sowjetunion zu verteufeln. Die Westberliner fühlten sich deshalb von den USA verraten, verkauft und verlassen. Um das politische Klima zu verbessern, stellte Präsident John F. Kennedy sich 2 Jahre später symbolisch auf die Seite der Westberliner und demonstrierte seine Verbundenheit. Die Westberliner waren gerührt und verziehen Kennedy.

Für die BRD und die DDR bedeutete der Bau der Berliner Mauer eine politische und militärische Stabilisierung und der Status quo von West-Berlin wurde gefestigt. Die Sowjetunion verzichtete auf ihre 1958 formulierte Forderung, Westberlin zu entmilitarisieren. Die Klärung der Fronten, der Mauerbau, gab beiden Seiten ein sicheres Gefühl.

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