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War die Wirtschaft der DDR bankrott?

Wenn es um das Ende der DDR geht, ist heute oft vom „Bankrott der DDR“ und seiner „maroden Wirtschaft“ die Rede. Aber war die DDR wirklich zahlungsunfähig und stand sie tatsächlich vor dem Staatsbankrott? Oder ist das alles nur Meinungsmache?

Überall liest man Artikel die sich darüber auslassen, wie lebensunfähig die DDR war. Der „Bankrott der DDR““ wird zum festen Bestandteil des „öffentlichen Bewusstseins“ über das Ende der DDR – zumindest wenn man den Medien Glauben schenkt.

Zwar könnte man Aussagen wie: „Den Menschen fehlte es an allem, vom Dosenöffner über die Orange bis zum …“ mit einem lapidaren „stimmt nicht“ begegnen. Das hilft aber auch nicht gegen die einstimmige Suggestionen der Medien, deren Ziel es offenbar ist, die DDR nachträglich in den Augen der Ostdeutschen zu delegitimieren und die negativen sozialen Folgen der hohen Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland zu relativieren.

Dies ist insgesamt umso bemerkenswerter, als jetzt, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, immer mehr nachprüfbare Fakten zur Verfügung stehen, die es erlauben, die ökonomische Situation der DDR genauer zu analysieren und die Schwarz-Weiß-Malerei zum „Staatsbankrott“ und zur „total maroden DDR“ zu relativieren.

Noch bis zum Jahr 1988 kamen westliche Wirtschaftsexperten aufgrund Ihrer eigenen Analysen zur Ansicht, dass die Wirtschaftsleistung je Einwohner in der DDR vor derjenigen von England und Italien rangiere wie man beispielsweise in „Wirtschaft auf einen Blick“, 1988, Bank-Verlag Köln, Seite 116 (Schaubild) nachlesen kann.

Im selben Jahr, 1988, lobte die renomierte westdeutsche Fachzeitschrift „Computerwoche“ die DDR wegen ihrem bedeutendem Stand und dem Weg zum internationalen Spitzenniveau:

„… Zweifellos hat die Mikroelektronikindustrie der DDR inzwischen einen bedeutenden Stand erreicht und vor allem mit ihrer 1-Megabit-Premiere in Leipzig Aufmerksamkeit auf sich lenken können. Trotz dieses „für die DDR enorm wichtigen Schrittes in Richtung auf das internationale Spitzenniveau“ bei Speicherchips und der damit verbundenen recht euphorischen Stimmung, räumten einige DDR-Vertreter gegenüber westlichen Journalisten und Fachleuten ein, daß es „noch einige Hürden“ bis zur Beherrschung des Produktionsprozesses zu nehmen gäbe….“ (Bericht über die Leipziger Frühjahrsmesse: Auch der Ostblock will flexible Fertigung, Computerwoche, 13.05.1988)

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