BND Spione auf Jagd nach DDR Witzen

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Updated Mai 11, 2024

„Witzige“ BND-Spione in der DDR

Warum waren DDR-Witze so wichtig?

DDR-Witze sammelten beide deutschen Geheimdienste. Das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) in der DDR genauso wie der Bundesnachrichtendienst (BND) in der BRD.

Ab 1977 versuchte der BND aus den Witzen der DDR-Bürger Informationen über die öffentliche Meinung in der DDR einzuholen. Denn ein Witz aus dem Volk sagt mehr als tausend Parolen der Staatsführung über die „Lage der Nation“ aus. Dabei besuchten die BND-Spione regelmäßig Notaufnahmelager und fuhren mit dem Zug durch die Landschaften.

Das folgende Dokument enthält Anweisungen an den BND-Außendienstmitarbeiter zum erfolgreichen Abschöpfen der gewünschten Informationen. Der Wortlaut hätte ebenso von einem Dokument des MfS stammen können.

Einzeltätigkeiten bei der Gesprächsaufklärung in Zügen

Folgende Tätigkeiten sind sowohl bei der Fahrt zum Grenzort als auch während der Rückfahrt auszuführen:

a) Anreise/Anmarsch zum Einsatzbahnhof

b) Unauffällige Überprüfung der Reisenden eines Zuges auf ihre Eignung als Quelle

c) Auswahl einer präsumtiven deutsch sprechenden Gelegenheitsquelle zu Beginn der Einsatzfahrt nach äußerem Erscheinungsbild und der Situation im Abteil bzw. in der Umgebung.

d) Festlegung der für die ausgewählte Person anzuwendenden Methodik für die Kontaktaufnahme und Gespräch.

e) Kontaktaufnahme mit der ausgesuchten Person durch legendengerechte und zielstrebige Gesprächseinleitung.

f) Klärung durch Gespräch, ob die Zielperson auftragsbezogenes Wissen besitzt und aussagebereit ist.

g) Bei negativem Ergebnis der Klärung: Absetzen von diesem Gesprächspartner unter einer Legende und Auswahl einer anderen Zielperson.

h) Bei positivem Ergebnis der Klärung: Konspirative Gesprächsführung mit dem Ziel, Sympathie und Vertrauen des Gesprächspartners zu gewinnen und die Unterhaltung auf das gewünschte Thema zu lenken.

i) Abschöpfung des nachrichtendienstlich interessanten Wissens der Gelegenheitsquelle durch Gesprächsaufklärung, d.h. ohne beim Gesprächspartner eine gezielte Fragestellung erkennen zu lassen; zugleich Ausforschung von Einzelheiten zur Quellenbeschreibung.

j) Nach der Abschöpfung Überleitung auf ein anderes Gesprächsthema, um den eigentlichen Gesprächsinhalt in der Erinnerung der Quelle zu neutralisieren.

k) Legendenmäßiges Lösen von der Quelle und ggf. Kontaktaufnahme mit einer weiteren Zielperson.

l) Am Zielbahnhof Absetzen vom Zug unter Beachtung von Sicherheitsaspekten.

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Quelle: NDR Sendung: Bundesnachrichtendienst archiviert tausende DDR-Witze

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