Devisen? Warum waren sie wichtig in der DDR?

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Updated Mai 11, 2024

Devisen

Was sind Devisen?

„Devisen“ bezieht sich auf ausländische Währungen und Finanzinstrumente, die in einem anderen Land als dem Ursprungsland verfügbar sind. Es handelt sich also um Forderungen gegenüber ausländischen Stellen, die in ausländischer Währung bestehen. Dies kann Bargeld in ausländischer Währung, Guthaben auf Bankkonten in ausländischer Währung oder auch Forderungen in Form von Wertpapieren, die in ausländischer Währung nominell sind, umfassen.

Beispielsweise sind Euro in den USA eine Devisen, während US-Dollar in Deutschland als Devisen betrachtet werden.

Devisen spielen eine entscheidende Rolle im internationalen Handel, da sie Unternehmen und Regierungen ermöglichen, Geschäfte in anderen Ländern zu tätigen. Sie sind auch für Privatpersonen wichtig, die im Ausland reisen oder Investitionen in anderen Ländern tätigen möchten. Der Devisenmarkt (Forex-Markt) ist der größte Finanzmarkt der Welt und ermöglicht den Handel zwischen verschiedenen Währungen.

Verfügte die DDR über Devisen?

Devisen in der DDR

Zunächst: Die offizielle Währung der DDR war die Mark, auch Ostmark genannt. Die Mark der DDR war eine sogenannte Binnenwährung, die nur auf dem Binnenmarkt (Inlandsmarkt) oder in anderen Staaten des damaligen Ostblock zur Bezahlung verwendet werden konnte. Auf internationalen Märkten würde die DDR-Mark nicht als Zahlungsmittel akzeptiert, sie war nicht frei konvertierbar in Währungen wir den Dollar, das Pfund oder die D-Mark. DDR-Bürger konnten ihre DDR-Mark nicht in „West“-Mark umtauschen.

Um auf den Weltmärkten einkaufen zu gehen, benötigte die DDR „harte“ Währungen wie den Dollar, der eine international anerkannte Devise (Zahlungsmittel) war.

Durch Exporte in das kapitalistische Ausland verfügte die DDR über diese Devisen, doch sie waren knapp. Devisen kamen auch in das Land durch die sog. Gestattungsproduktion, bei welcher die DDR im Auftrag westlicher Unternehmen Waren produzierte. Mangelwirtschaft – was ist das?

Die Bevölkerung erhielt oft von Verwandten in der BRD Westgeld „zugesteckt“ – per Banküberweisung war das nicht möglich. Ein anderer Weg für DDR-Bürger, um an Westgeld heranzukommen, war die Vermietung von Zimmern an Urlaubs- oder Messegäste.

Probleme mit Devisenknappheit in der DDR

Die Devisenknappheit war ein ständiges Problem und beeinflusste vielfältige Aspekte der Wirtschafts- und Außenpolitik der DDR. Das Land entwickelte diverse Strategien, um an Devisen zu gelangen:

Export
Die DDR versuchte, so viele Waren wie möglich in den Westen zu exportieren, um Devisen zu verdienen.

„Intershops“
Diese Läden wurden speziell für ausländische Touristen eingerichtet und akzeptierten nur Zahlungen in Devisen. Sie boten Waren an, die in normalen DDR-Geschäften oft nicht erhältlich waren.

Arbeiterentsendung
Die DDR entsandte Arbeitskräfte (Leiharbeiter) in westliche Länder und erhielt im Gegenzug Devisen.

Schuldenaufnahme
Die DDR nahm auch Kredite in westlichen Währungen auf.

Verkauf von politischen Gefangenen
In einigen Fällen „verkaufte“ die DDR politische Gefangene an die Bundesrepublik Deutschland im Austausch für Devisen.

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