Stasi Technik: Hochmoderne Bildverarbeitung mit dem BSP-12

Technik der Stasi MfS
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Updated Mai 11, 2024

Digitale Bildbearbeitung für das MfS der DDR

Das Bildspeichersystem BSP-12 war ein in der DDR entwickeltes und hergestelltes System zur Übertragung und Verarbeitung von Bildern. Es war ein fortschrittliches System für seine Zeit. Es ermöglichte die Übertragung und Verarbeitung von Bildern in einer Qualität, die für die damalige Zeit sehr hoch war. Das System wurde ab 1988 bei der Deutschen Reichsbahn sowie im geheimdienstlichen Umfeld eingesetzt.

Hardware

Das Herzstück des BSP-12 war die rechnergesteuerte Verarbeitungseinheit LWE12. Sie wurde in einem Gehäuse aus Kunststoff untergebracht, das dem des Kleincomputers K85/3 ähnelte. An der Vorderseite befanden sich lediglich ein Reset-Taster und der Netzschalter. Die übrigen Bedienelemente waren eine Tastatur und ein Bildschirm.

Die LWE12 war mit einem Einchipmikrorechner UB8840 ausgestattet, der über 4 KByte Arbeitsspeicher und 256 KByte Videospeicher verfügte. Das Betriebssystem befand sich auf zwei EPROMs. Die Bildspeicherung erfolgte mit einer Auflösung von 416×576 Punkten (Fernsehnorm) mit 64 Graustufen. Farbaufnahmen waren zur damaligen Zeit nur mit Studiogeräten möglich.

Funktionen

Das BSP-12 konnte Einzelbilder digitalisieren, mit einem Text versehen, zuzuschneiden und auf Audio-Magnetkassette speichern und laden. Außerdem konnte es die Bilder per Funkverbindung oder Telefonleitung auf eine andere gleichartige Anlage übertragen.

Übertragung

Die Fernübertragung der Daten erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 1200 Bd oder 2400 Bd. Mit einem Modem VM2400 konnten die Daten über die Telefonleitungen der Post übertragen werden. Für Nutzung von Sonderleitungen (Trägerfrequenzsysteme) oder für Funkverbindung stand das Modem LWE131 zur Verfügung.

Um die Übertragungszeit zu verringern, konnte das Bild auch komprimiert übertragen werden. Wurden nur Bildausschnitte übertragen, verkürzte sich die Übertragungszeit weiter. Trotzdem blieb die Übertragung langsam: 24 Minuten für ein unkomprimiertes Vollbild bei 1200 Baud, 8 Minuten für ein komprimiertes Vollbild.

Aufzeichnung

Die Aufzeichnung auf Kassettenrecorder erfolgte wahlweise mit einer Geschwindigkeit von 1200 Bd, 2400 Bd oder 4800 Bd. Dies führte zu Aufzeichnungszeiten von minimal zwei Minuten für ein komprimiertes Vollbild und sieben Minuten für ein unkomprimiertes Vollbild.

Nutzbar waren alle qualitativ hochwertigen Audiokassettensysteme. Bevorzugt wurde das Gerät CAW-AW, dessen Aufzeichnungsstart vom LWE12 fernsteuert werden konnte.

Zusammenfassung der technischen Daten

Hardware

  • Gehäuse: Kunststoff
  • Prozessor: UB8840
  • Arbeitsspeicher: 4 KByte
  • Videospeicher: 256 KByte
  • Betriebssystem: EPROM
  • Bildspeicherung: 416×576 Punkte, 64 Graustufen

Funktionen

  • Digitalisieren
  • Textbearbeitung
  • Zuschneiden
  • Speichern auf Magnetkassette
  • Laden von Magnetkassette
  • Fernübertragung per Funk oder Telefon

Übertragung

  • Geschwindigkeit: 1200 Bd oder 2400 Bd
  • Komprimierung: möglich

Aufzeichnung

  • Geschwindigkeit: 1200 Bd, 2400 Bd oder 4800 Bd
  • Nutzbare Kassettensysteme: alle qualitativ hochwertigen Audiokassettensysteme

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