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Eigenversorgung in der DDR über den Wald

Typisch DDR: Pilze, Waldbeeren und Feuerholz aus dem Wald

Pilze

Was heute oft nur noch zum Spaziergang gehört, wurde in der DDR zur Eigenversorgung mit Pilzen und Beeren ernsthaft angegangen. Wenn es geregnet hat, waren die Chancen, viele Pilze zu finden am besten. Sie schossen gerade zu aus dem Boden und meine Oma zauberte eine richtig leckere Pilzpfanne aus unseren Funden. Die gefundenen Pilze wurden aber auch getrocknet, eingelegt oder eingekocht, je nach Pilzart. Wo wir heute für ein kleines Glas konservierter Waldpilze Geld bezahlen, ging man damals selbst in den Wald. Viele verdienten sich mit dem Verkauf der gesammelten Pilze ein kleines Zusatzeinkommen.

Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren

Aber nicht nur Pilze kamen regelmäßig aus dem Wald. Im Naunhofer Wald kannten wir schon unsere Stellen, an denen vorzugsweise Brombeeren und Himbeeren wuchsen. Sie landeten alle im Kompott und schmeckten umso besser, je mehr wir uns die Beine und Arme an den Dornen stachen. An einigen Stellen wuchsen Walderdbeeren, es sind die Bonsai-Varianten der normalen Erdbeere. Sie schmeckten süßer als die großen Brüder. Aber leider waren es immer zu wenige, sie wurden gleich an Ort und Stelle verputzt.

Wer sich auskannte, die richtigen Stellen wusste, fand auch Heidelbeeren. Neben dem Kompott machten sie auch auf einem Kuchen eine gute Figur. Sie ließen sich darüber hinaus gut einkochen und so winterfest machen, was mit den Himbeeren bedauerlicherweise nicht funktionierte.

Hagebutten

Warum meine Oma nie Hagebutten sammelte, weiß ich nicht. Als Kind verarbeitete ich sie nur zu“Juckpulver“. Doch aus Hagebutten läßt sich leckere Marmelade zubereiten und Tee anrichten.

Holunder

Selbst der wilde Holunder läßt sich im Haushalt verwenden, hilft bei der gesunden Ernährung und entlastet den Geldbeutel. In meiner Küche steht eine Flasche Holunderblüten-Sirup. Mit Wasser verdünnt erhält man ein aromatisches Erfrischungsgetränk.

Bärlauch

Der Bärlauch, zu finden im Frühling fast überall, ergibt eine delikate Paste, einen sehr aromatischen Aufstrich für viele Gerichte.

Feuerholz

Das Sammeln von Feuerholz im Wald war eine gängige Praxis.


Auch heute halten Wälder eine reichhaltige Palette unterschiedlichster Waldfrüchte und Pilze für uns bereit und genau wie vor über 35 Jahren könnten sie unsere Küche bereichern. Gerade Bärlauch, Holunder und Hagebutten stehen in großen Umfang bereit, können für eine ganzjährige Verwendung haltbar gemacht werden. Man muss sich nur die Zeit nehmen, diese Naturprodukte schonend zu verarbeiten.

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