Was wurde nach der Wende 89 aus der „Wirtschaftsmacht DDR“?

9b3af81393a0492b94d0f59e87fe9bff

Updated Mai 11, 2024

Untergang der „Wirtschaftsmacht DDR“

Als der DDR-Staat existierte, schätze das westliche Ausland die wirtschaftliche Stärke des Landes und ihre Innovationen. Die DDR befand sich in vielen Bereichen der Wirtschaft und der Bildung auf einem sehr hohen Niveau.

So unter anderem die Rostocker Werften, die Schwerindustrie in Leipzig oder die Braunkohle Fördergebiete. Und nicht zu vergessen – der erste Deutsche im Weltall war Siegmund Jähn aus der DDR.

Das Kombinat ZEKIWA war die größte Kinderwagenfabrik Europas.
Das Kirow Werk in Eberswalde war und ist Weltmarktführer für Eisenbahn-Krane, speziell für Doppellenker-Krane.
Die Textilindustrie der DDR exportierte in alle Länder und holte Devisen herein, die wiederum für den Aufbau anderer Industriezweige verwendet werden konnten.

Das westdeutsche Versandhaus Quelle verdiente sehr viel Geld mit dem Verkauf von Geräten aus der DDR. Die DDR produzierte viele Produkte speziell für das westliche Ausland oder vergab Lizenzen. Darunter Schreibmaschinen, Rundfunktechnik, Kühlschränke – einfach alles.

In den 80er-Jahren war das Unternehmen Robotron für den westdeutschen Markt ein profitabler Produzent und Zulieferer. Drucker von Robotron wurden in der BRD unter dem Namen „Präsident“ und in den USA unter dem Namen „Samelco“ verkauft.

Für den westdeutschen Zweig von „Commodore“, dem Entwickler des C64 und damit des erfolgreichsten Heimcomputers aller Zeiten, lieferte Robotron die Mechanik für die schnellen Typenraddrucker CBM 8028 und CBM 8229. 1989 beschäftigte das Kombinat Robotron über 68.000 Mitarbeiter und generierte einen Umsatz von 12,8 Milliarden Mark der DDR.

Im Jahre 1990 schrieb die „Computerwoche“ noch:

„Mit enormen Anstrengungen […] wuchs Robotron zu einem der mächtigsten PC-Hersteller im RWG. Immerhin wurden bis Ende 1989 rund 212 000 Büro- und Personal Computer produziert. Davon kamen 100 000 in der DDR zum Einsatz, den Rest exportierte man vor allem in die Sowjetunion. (Ostdeutschland: No-Names haben die größten Chancen„, Computerwoche, 19.10.1990)“

1991 hießt es dann in der gleichen Zeitschrift:

„Der Zustand der DV-Branche in der ehemaligen DDR ist genauso desolat wie der in den anderen Industriezweigen.“ (Die DV-Szene in Ostdeutschland vor und nach der Wende, computerwoche, 25.01.1991)

Es begann sich ein negativer Trend in der Berichterstattung abzuzeichnen, der jeder objektiven Grundlage entbehrte. Woher kam dieser Trend, die Skizzierung einer maroden DDR-Wirtschaft, obwohl westdeutsche Unternehmen sich darum buhlten, aus dem ostdeutschen Bruder-Land qualitativ hochwertige Waren zu beziehen?

Es ist schnell erklärt. Bisher konnten westdeutsche Händler in der DDR billig Produkte ordern, produzieren und unter eigenem Namen verkaufen. Die westdeutsche Firma „Salamander“ lies in der DDR ihre hochwertigen und teuren Schuhe produzieren. Nach der Wende, als das bis Dato für Salamander produzierende Schuhkombinat privatisiert werden sollte, wurde es zu einem unliebsamen Mitbewerber und musste vom Markt genommen werden. Denn billiger – als auf die neue D-Mark umgestellte ehemalige erfolgreiche Betriebe aus der DDR DDR-Wirtschaft – war jetzt der Produktionsstandort China.