1989: Polarlichter über der DDR gesichtet!

Funkverkehr durch Sonneneruptionen unterbrochenSUBHEADING

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Updated Mai 11, 2024

Polarlicht über der DDR

Quelle: Neues Deutschland vom 18.03.1989 / Seite 12

In den letzten Tagen haben heftige Strahlungsausbrüche der Sonne zu starken Störungen des Funkverkehrs und dem Auftreten von Polarlichtern in der DDR geführt.

Das Observatorium für Atmosphärenforschung Kühlungsborn hat festgestellt, dass die Ionisation der Erdatmosphäre durch die Sonneneruptionen stark erhöht wurde. Dies führte zu Störungen bei der Ausbreitung von Funkwellen in der Ionosphäre, der oberen Schicht der Erdatmosphäre.

Die Ionosphäre ist für die Ausbreitung von Funkwellen von großer Bedeutung. Sie reflektiert Funkwellen, die in den unteren Schichten der Atmosphäre verloren gehen würden. Die erhöhte Ionisation der Ionosphäre führte dazu, dass Funkwellen nicht mehr so gut reflektiert wurden. Dadurch kam es zu Störungen bei der Ausbreitung von Funkwellen, die sich in Form von kurzzeitigen Zusammenbrüchen des Funkverkehrs äußerten.

18 Zusammenbrüche des Funkverkehrs

Am 13. März kam es deshalb zu 18 kurzzeitigen Zusammenbrüchen des Funkverkehrs. Die Störungen betrafen alle Arten von Funkverkehr, darunter Telefon, Telex, Rundfunk und Fernsehen.

Das Adolf-Schmidt-Observatorium für Erdmagnetismus in Niemegk registrierte den Beginn eines magnetischen Sturms am 13. März um 2.27 Uhr. Der Sturm dauerte bis zum 15. März an und führte zu Abweichungen der Kompassnadel bis zu drei Grad.

Der magnetische Sturm war auch mit dem Auftreten von Polarlichtern verbunden, die in der Nacht vom 13. zum 14. März in der DDR sichtbar waren.

Polarlichter in unseren Breiten ein Phänomen

Polarlichter sind in unseren Breiten ein seltenes Phänomen. Sie entstehen, wenn geladene Teilchen aus der Sonne auf die Erdatmosphäre treffen. Die geladenen Teilchen werden von der Magnetfeldlinie der Erde abgelenkt und treffen in den Polarregionen auf die Erdatmosphäre. Dort treffen sie auf Atome und Moleküle der Erdatmosphäre und regen diese zur Emission von Licht an.

Die aktuellen Erscheinungen stehen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Zunahme der Aktivität der Sonne. Diese Aktivität erreicht ihren Höhepunkt in einem Rhythmus von etwa elf Jahren.

Geophysikalische Effekte solcher außergewöhnlichen Stärke, wie sie jetzt beobachtet wurden, sind zum letzten Mal in der Zeit des Sonnenfleckenmaximums 1957/58 aufgetreten.

Das Observatorium für Atmosphärenforschung Kühlungsborn geht davon aus, dass die Störungen des Funkverkehrs und das Auftreten von Polarlichtern in den nächsten Tagen anhalten werden.

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